Autoverkauf in Neuseeland

Ihr verlasst Neuseeland und möchtet euer Auto verkaufen? Ihr bleibt, möchtet euer Auto verkaufen aber gleichzeitig ein neues kaufen? In diesem Artikel erfahrt ihr, wo ihr Käufer findet, wie viel Geld ihr bekommen könnt und welche Formalitäten dabei abzuschließen sind.

Wo findet man Käufer?

Im Internet

Die beliebtesten Webseiten der Käufer von Gebrauchtwagen sind trademe.co.nz und turners.co.nz .

Trademe ist die neuseeländische Parallele zu Ebay, auf der alles einschließlich Fahrzeuge, Boote und Immobilen verkauft wird. Fahrzeuge werden hier sowohl von Händlern wie auch von Privatpersonen angeboten. Ihr könnt dabei wählen, ob ihr euer Fahrzeug zu einem Festpreis anbieten oder per Auktion versteigern wollt. Letzteres könnte einen äußerst guten Preis erzielen, seid ihr euch jedoch dessen nicht sicher, so empfehlen wir aus eigener Erfahrung,  das Auto eher zu einem festen Preis zu verkaufen. Potenzielle Käufer werden euer Inserat sehen und sich bei euch melden, um eine Probefahrt zu vereinbaren und direkt über den Preis zu verhandeln.

Das Veröffentlichen von Inseraten auf dieser Webseite ist nicht die billigste, allerdings könnt ihr sicher sein, daß sehr viele Leute sie sehen werden. Rechnet aber auch mit Telefonaten von Spekulanten. Sie werden nach erheblichen Rabatten Fragen und anbieten, das Fahrzeug “noch heute und in bar” zu bezahlen. Außerdem werden sie herausfinden, was euer Mindestpreis ist. Also seid darauf vorbereitet!

Nissan Wiingroad

Tip: Wenn ihr ein Wohnmobil über Trademe verkaufen wollt, so erwähnt das im Titel der Anzeige. In der non-self contained Kategorie verirren sich nämlich häufig Angebote für Wohnwagen. Anzeigen erscheinen häufig so, als würde es sich z.B. um einen 8-Personen Wagen oder ein zum Wohnwagen umgebautes Auto handeln. Wie ihr feststellen werdet erstellt Trademe die Titel der Inserate automatisch und dies kann nicht mehr geändert werden. Es ist wichtig, das Feld “Model Detail” zu verwenden, dort könnt ihr angeben, was ihr tatsächlich verkauft, was dann in der Titelzeile angezeigt wird.

Turners bietet die Möglichkeit, das Fahrzeug gegen Bargeld einzulösen, um es dann selbst zu verkaufen, oder es durch ihre Auktion versteigern zu lassen. Auf der Webseite werden Details eures Fahrzeugs, Auktionsdaten und der erwartete Preis veröffentlicht. Sie bietet ferner auch Einsicht in vergangene Auktionen, wodurch Verkaufspreise von Fahrzeugen gleichen Typs und Jahrgangs ersichtlich werden. Rechnet jedoch damit, daß Turners eine Gebühr an den Verkäufer und Käufer erhebt, wodurch der Gesamterlös des Autoverkaufs deutlich niedriger ausfallen kann als durch einen direkten Verkauf.

Auch auf Facebook könnt ihr euer Fahrzeug in verschiedenen Gruppen von Reisenden in Neuseeland zum Verkauf anbieten.

Auf Automärkten

Eine weitere Möglichkeit bieten die sogenannten Car Fairs, also Automärkte, die am Wochenende in den größeren Städten stattfinden. Diese funktionieren in der Regel so, daß jeder, der sein Auto zu verkaufen möchte, dieses gegen eine Gebühr ausstellen kann. Potenzielle Käufer können sich die Fahrzeuge anschauen, Fragen stellen, ausprobieren und gegen eine Gebühr den technischen Zustand durch einen unabhängigen Mechaniker überprüfen lassen.

Details zu den Automessen in Auckland und Christchurch:

Auckland Automesse

Christchurch Automesse

Was ihr vor dem Verkauf wissen solltet

Wann verkaufen

Automärkte fangen vor allem im Frühsommer an zu blühen. Dies ist die Zeit, zu der viele Backpacker in Neuseeland ankommen mit der Absicht, das Land per Auto zu bereisen. Dieser Trend zeigt sich bei Wohnmobilen am deutlichsten. Im März hingegen sinkt die Nachfrage und somit auch der Preis. Viele Backpacker reisen vor dem Winter ab und versuchen, ihr Fahrzeug wieder zu verkaufen. Der Termin des Rückflugs läßt oft einen Zeitdruck entstehen, was zur Folge haben kann, daß sie den Preis senken müssen, um das Fahrzeug zu verkaufen.

Pflichten des Verkäufers

Wenn ihr in Neuseeland das Fahrzeug als Privatperson verkauft, sollte dessen WoF (technische Untersuchung) mindestens einen Monat vor Verkauf erfolgreich durchgeführt worden sein. Wenn diese Bedingung nicht erfüllt ist, so solltet ihr dem Käufer klar verständlich machen, daß ihr das Fahrzeug als “as is, where is” verkauft. Also genau in dem Zustand, indem dieser es gesehen hat, nicht mehr und nicht weniger. Insbesondere bei älteren Fahrzeugen sind die Käufer es so gewöhnt.

Muß eine Garantie ausgestellt werden?

Als Privatverkäufer müßt ihr dem Käufer keine Garantie bieten. Probleme könnt ihr jedoch bekommen, wenn ihr während oder vor dem Verkauf falsche oder irreführende Informationen weitergebt.

Preisermittlung und Preisverhandlungen

Den Wert des Fahrzeugs zu ermitteln ist keine leichte Aufgabe. Natürlich ist euer Ziel, einen möglichst hohen Preis für euer Fahrzeug zu bekommen, allerdings kann dies potentielle Interessenten vom Kauf abhalten. Laßt euch von Trademe leiten und vergleicht die Preise von Fahrzeugen gleicher Art, Alter und gleichem Kilometerstand. Beachtet dabei den Verkaufsort sowie das Alter des Inserats, da aufgrund unterschiedlicher Nachfrage die Preise z.B. zwischen Dunedin und Auckland stark variieren. Je älter die Anzeige ist, desto wahrscheinlicher ist der Preis zu hoch angesetzt. Weitere Faktoren zur Preisermittlung sind: der ursprüngliche Kaufpreis, wie lange ihr im Besitz des Fahrzeuges wart und wie viel Geld ihr für Reparaturen und Wartungen seither investiert habt.

Die Käufer werden versuchen, den Preis zu verhandeln und somit wird erwartet, daß ihr einen gewissen Rabatt einräumt. Bereitet euch darauf vor, bevor ihr den Preis festsetzt. Da mit einem Rabatt gerechnet wird, wird ein etwas höherer Preis nicht von einer Besichtigung und Probefahrt abhalten.

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Der Verkaufsprozess

Besichtigung und Probefahrt

Rechnet damit, daß ein Interessent das Auto zunächst besichtigen und Probe fahren möchte. Und auch wenn Neuseeland voller netter Leute ist, so solltet ihr die Situation nie unterschätzen und niemanden allein mit eurem Wagen fahren lassen. Zieht am besten den Schlüssel aus der Zündung, bevor ihr den Fahrersitz tauscht. Es gab Fälle, in denen das Auto wegfuhr, noch bevor der Besitzer auf dem Beifahrersitz Platz nehmen konnte…

Vertrag

Der Inhalt des Verkaufsvertrags hängt hauptsächlich von den Anforderungen des Käufers ab. Als wir unser Auto einem neuseeländischen Polizisten verkauften, reichte ihm eine kurze Erklärung mit Unterschrift, daß er das Auto bezahlt hat. Als wir unser Auto kauften, zogen wir es vor uns bestätigen zu lassen, daß der Verkäufer der alleinige Eigentümer des Fahrzeuges sei, daß auf dem Auto keine Schulden lasten, daß er von uns 100% des Kaufpreises erhalten hat und daß das Fahrzeug nun in unseren Besitz übergegangen sei. Das alles kann auf einem formlosen Blatt Papier geschehen, sollte aber Datum, Unterschrift und Fotokopie des Führerscheins vorweisen.

Falls ihr das Fahrzeug mit einer WoF, die älter als ein Monat ist, verkaufen wollt, so ist es in eurem besten Interesse in dem “Vertrag” hinzuzufügen, daß der Verkauf unter der Bedingung “as is, where is” vollzogen wird. Laßt euch den Vertrag auch vom Käufer unterschreiben und behaltet eine Kopie (oder zumindest eine Fotografie des Originals auf dem Handy).

Während der Verhandlungen, kann der Käufer einen Nachweis verlangen, daß das Fahrzeug auf euren Namen registriert ist. Auf der  NZ Transport Agency  Webseite könnt ihr dies gemeinsam überprüfen. Hat der Käufer wenig Erfahrung mit Autokäufen in Neuseeland, so könnt ihr ihm darüber hinaus belegen, daß das Fahrzeug nicht  als gestohlen gemeldet  ist, eine faire Geste! Gegen eine Gebühr könnt ihr kontrollieren, daß an dem  Auto keine Schulden gebunden sind (z.B. daß an dem Auto kein Pfandrecht einer Leasing Gesellschaft hängt).

Zahlung

Zu den sichersten Zahlungsmethoden gehören:

  • Barzahlung des vollen Kaufpreises
  • Überweisung durch die gleiche Bank, bei der die Zahlung sofort gutgeschrieben wird und gleichzeitig im online Banking überprüft werden kann

Wenn ihr während der Bezahlung direkt das Fahrzeug übergebt, so versucht Überweisungen zwischen verschiedenen Banken zu vermeiden, da ihr nicht sofort sehen könnt, ob die Zahlung gutgeschrieben wurde. Auch Wochenenden und staatliche Feiertage solltet ihr vermeiden, da die Zahlungen rückwirkend aufgehoben werden können, weil die Banken die Zahlungen erst am nächsten Werktag bearbeiten.

Akzeptiert auch keine persönlichen Schecks, denn diese können gefälscht oder nicht abgedeckt sein. Sollte sich keine andere Methode anbieten, so geht zur Sicherheit vor der Übergabe des Fahrzeugs mit dem Scheck zur Bank und vergewissert euch, daß dieser gedeckt ist.

Vermeldung des Verkaufs bei der NZ Transport Agency

Käufer und Verkäufer müssen unabhängig voneinander die NZ Transport Agency über die Transaktion informieren. Personen mit neuseeländischem Führerschein können ihren Teil der Transaktion online (Formular für den VerkäuferFormular für den Käufer) vermelden.

Verfügt der Käufer bzw. Verkäufer nicht über einen neuseeländischen Führerschein, so kann diese Transaktion bei der Post erledigt werden. Für den Verkäufer ist dies einfacher. Dieser mu- das Formular MR13A (bei jedem Postamt erhältlich) ausfüllen, in einen Umschlag geben und an die angeführte Adresse verschicken. Der Käufer hingegen muss das Formular MR13B ausfüllen und persönlich bei der Post oder einer Geschäftsstelle der AA abgeben. Um die Identität zu überprüfen wird euer Pass benötigt. Die Gebühr für diese Transaktion kostet etwa NZ$ 9. Auf jeden Fall empfehlen wir euch, sicherzustellen, daß der Käufer sich tatsächlich anmeldet, da ihr sonst für dessen Bußgelder usw. aufkommen müßt.

 

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